UP 5: Die Übersetzung nicht-territorialer Autonomieideen in das liberale Umfeld der Baltischen Staaten, 1918–1940

Im Rahmen dieses Unterprojekts geht es um die liberale Interpretation und Umsetzung nicht-territorialer Autonomie im Baltikum der Zwischenkriegszeit. In 1919 erhielten Minderheiten in Lettland Autonomie im Bereich der Bildung. Ein Jahr später verabschiedete Litauen ein Gesetz zur nicht-territorialen Autonomie für Juden, welches auf der traditionellen, allerdings entkonfessionalisierten, jüdischen Selbstverwaltung basierte. Schließlich führte Estland in 1925 ein Gesetz zur kulturellen Autonomie ein, welches als minderheitenfreundlichstes in Europa gelten kann. Dieses Unterprojekt erforscht, wie politische Akteure (aus Minderheits- und Mehrheitsgesellschaften) eigene Modelle nicht-territorialer Autonomie ausgearbeitet haben, ob sie dabei austromarxistischen Einflüssen unterlagen, und inwieweit sie an transnationalen Debatten zum Minderheitenschutz teilhatten.


Timo Aava

Timo Aava studierte Geschichte an der Universität Tartu (Estland), wo er in 2015 sein Masterstudium absolvierte. Zusätzlich Studienaufenthalte in Berlin, Kiel und London. Hauptsächliches Forschungsinteresse auf dem Gebiet der politischen Ideengeschichte (Ende 19. Und erste Hälfte 20.Jh.), insbesondere Estland, Marxismus und Nationalismus. Promoviert sich im Rahmen des Projekts zum Thema der Umsetzung der Idee nichtterritorialer Autonomie im Baltikum, vorzugsweise Estland.


Im Rahmen des Horizon 2020 Forschungs- und Innovationsprogramms der Europäischen Union wird dieses Projekt Europäischen Forschungsrat (ERC) unter der Fördervereinbarungsnummer 758015 gefördert