UP 4: Die Umsetzung nicht-territorialer Autonomie in der sozialistischen Ukrainischen Volksrepublik, 1917–1921

Dieses Unterprojekt erforscht die Ursprünge des ukrainischen Gesetzes zur national-personalen Autonomie von 1918, das als erstmalige Umsetzung des nicht-territorialen Autonomiekonzepts gilt. Die kurzlebige sozialistischen Ukrainische Volksrepublik gewährte ihrer russischen, polnischen und jüdischen Minderheit autonome, nicht-territoriale Vertretungskörper. Dieses Arbeitspaket untersucht die geistigen Verbindungslinien, die zwischen ukrainischen Politikern, austromarxistischen Schriften und den früheren nationalen Ausgleichen in der Bukowina und in Galizien bestanden.


Börries Kuzmany

Studium der Geschichte und Slawistik in Wien, Paris und Moskau. Promotion 2008 im Rahmen eines Kooperationsdoktorat (Cotutelle) zwischen den Universitäten Wien und Paris Sorbonne. Er war Postdoktorand im Doktoratskolleg „Das österreichische Galizien und sein multikulturelles Erbe“ an der Universität Wien, Schrödinger-Stipendiat an der Central European University und APART-Stipendiat am Institut für Neuzeit- und Zeitgeschichteforschung und dem Institut für die Wissenschaften vom Menschen. 2017 warb er einen ERC Starting Grant zum Thema des Transfers nicht-territorialer Formen nationaler Selbstverwaltung ein.

Website: https://homepage.univie.ac.at/boerries.kuzmany

Yuki Murata

Yuki Murata ist Doktorand an der Universität Wien und wird ab dem 1. März 2021 Mitglied des NTAutonomy Teams. Er studierte russische und ukrainische Geschichte an der Universität von Tokio und erwarb 2016 einen BA-Abschluss und 2018 einen MA-Abschluss. 2019 war er Gastwissenschaftler an der Nationalen Universität der Kyiv-Mohyla-Akademie. Das Thema seiner Doktorarbeit behandelt die institutionellen und sozialen Nationalisierungsprozesse vor, während und nach der Revolutionsperiode in der Ukraine, 1914-1923, mit besonderem Schwerpunkt auf der Schaffung einer eigenen nationalen Kategorie bzw. einer autonomen Einheit für die meist als "Großrussen" bezeichnete russische Bevölkerung im ukrainischen Raum. Seine Forschungsinteressen umfassen auch die Nationalitätspolitik des Russischen Reichs und der Sowjetunion, politische Ideengeschichte zur nicht-territorialen und territorialen Autonomie sowie Fragen des Föderalismus in Osteuropa des 20. Jahrhunderts sowie Studien zu Nation, Nationalismus und Ethnizität.


Im Rahmen des Horizon 2020 Forschungs- und Innovationsprogramms der Europäischen Union wird dieses Projekt Europäischen Forschungsrat (ERC) unter der Fördervereinbarungsnummer 758015 gefördert